Streitschlichter

Im Rahmen der Schulsozialarbeit wurden über mehrere Monate ein Projekt zur Ausbildung von Streitschlichtern durchgeführt. Seit Februar 2020 sind an unserer Schule fünf Streitschlichter tätig.

In einem ritualisierten Streitschlichtungsverfahren unterstützen sie andere Kinder, die in Streit geraten sind, in einem strukturierten Gespräch bei der Findung einer Lösung. Dieses Vorgehen ist angelehnt an den Ansatz der Peer Mediation, bei dem sich Kinder für andere Kinder engagieren. Die Kinder lernen die besondere Form des Streitschlichtungsgesprächs mit Hilfe einer festen Gesprächsstruktur (dem „roten Faden für die Streitschlichtung“) zu leiten. Hierfür sind besondere soziale Kompetenzen und viel Kommunikationskompetenz seitens der Kinder erforderlich, da der Streitschlichter in seiner Rolle niemals parteiisch (er muss sich im Gegenteil vielmehr „allparteiisch“ verhalten) sein darf, sondern das Gespräch von einer Metaebene aus betrachten und lenken muss. Dabei muss es ihm gelingen, den Blick der „Streithähne“ immer wieder von den gegenseitigen Schuldzuweisungen weg und zu einer kooperativen Lösungsfindung hin zu führen.

 

Schwerpunkte der Streitschlichterausbildung:

Aktives Zuhören trainieren

„Ich“- Botschaften formulieren

Gefühle benennen

Körpersprache deuten

Lösungen finden

Neutralität und Verschwiegenheit einhalten

Ablauf einer Schlichtung

Durch Rollenspiele Streitschlichtungen üben

 

Das Modell für die Grundschule orientiert sich an der klassischen Mediation und umfasst 6 Stufen:

1. Erklären der Regeln

2. „Was ist passiert?“

3. Wie hast du dich gefühlt?“

4. „Was ist vor dem Streit passiert, das einen von euch geärgert hat?“

5. Lösungsvorschläge

6. Vertrag und Nachtreffen

 

Um auf dem Schulhof gut erkennbar zu sein, tragen sie in den beiden Pausen gelbe Warnwesten. Zusätzlich sind zwei Streitschlichter montags bis donnerstags in der ersten großen Pause im Streitschlichterbüro tätig.

An einem Plan im Foyer der Schule ist mit Fotos angezeigt, welche Kinder gerade im Streitschlichterdienst sind.

Welche Fälle können geschlichtet werden:

Streit um Dinge

Pausenhofschubsereien

Beleidigungen

Sachen verstecken

Machtkämpfe/ „Zickenkrieg“

Beste Freundinnen Konflikt

Geheimnisverrat

Gerüchte verbreiten

Streit um Freund oder Freundin

Klassenfahrten: Wer mit wem im Zimmer?

(un-)absichtliche Rempeleien

Wegnehmen von Sachen wie Mützen, Spielzeug, … und dem damit verbundenen Ärgern

Sich ausgeschlossen fühlen (wenn´s noch kein Mobbing ist)

Kleinere Schulden oder nicht zurückgegebene ausgeliehene Sachen